Gemeinde Daisendorf

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Frühe Geschichte der Gemeinde

Die Geschichte der Gemeinde geht zurück bis ins 8. Jahrhundert. Damals hat Taiso vermutlich seinen Hof 100 Meter ob Meersburg angelegt. Das Hinterland war durch Hügel und Sümpfe schlecht zugänglich. Denn die Eiszeiten hinterließen ihre Spuren: der letzte Gletscher modellierte auf der Daisendorfer Hochfläche zwölf größere und drei kleinere Rücken in seiner Fließrichtung parallel des Bodensees.

Früher in der Landwirtschaft
Früher in der Landwirtschaft
Glockenweihe von St. Martin 1958
Glockenweihe von St. Martin 1958
Haus Bernhard
Haus Bernhard

Urkundlich erscheint Daisendorf erstmals 1222: die Herren von Vaz (Graubünden, Schweiz) verkaufen ihre Zehntrechte von Daisendorf an das Zisterzienserkloster Salem. Aigelward von Ramsberg "amtete" in Daisendorf vor 1227. Von altersher haben Bischof und Domkapitel Konstanz Grund-, Vogt- und Zehntrechte, zumal sie gerne im nahen Meersburg residierten. Der Bischof als Vogt über Zwing und Bann von Daisendorf hat sein Gericht in Meersburg. Für Albert von Daisendorf als Leibeigenen des Dompropstes ist dessen Dinghof in Taisersdorf zuständig (1311).

Den örtlichen Frieden, die Flurordnung, den Viehauftrieb u.v.a. kann der Vogtherr wohl gebieten, aber nicht durchführen. Dies ist Sache der örtlichen Selbstverwaltung, der schon damals vier Geschworene (jurati) vorstehen, das Patriziat des Dorfes, das 1285 genannt wird:

1. Albert von Daisendorf (Aigelhof)
2. Conrad Meyer von Oberriedern
3. Marquard am Stade von Meersburg und
4. Conrad Svettingen

Diese vier Dorfältesten legen auch die Wasserrechte der einzelnen Höfe am Dorfbach und Brühl fest. Da die Gemeinmark (Alltuende) bereits völlig aufgeteilt ist, gehört die Überwachung des Viehausschlags zu ihren schwierigsten Aufgaben. Laut Salemer Nachricht (1320) durfte ein Hof mit 6 ha Ackerland nur 2,5 (!) Ochsen haben. Gegenseitige Hilfe ist gefordert und selbstverständlich.

Die vier genannten "Gemeinderäte" werden, obwohl Leibeigene des Hochstifts Konstanz, auch vom Kloster Salem respektiert und ihr Urteil ermöglicht den Vergleich zwischen Bischof und Kloster bezüglich der Zehntrechte in Daisendorf am 7. Juli 1285.

So tritt uns Daisendorf bereits vor 700 Jahren als eine eigenwillige Gemeinde entgegen, und wir verstehen, daß das Dorf seine Eigenständigkeit trotz übermächtiger äußerer Einflüsse bewahren wollte und konnte.

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Haus der Geschichte BW

Das Haus der Geschichte BW beschäftigt sich mit der Geschichte von Baden, Württemberg und Hohenzollern seit 1800.

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